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Die Tropen – ein Traum

19 September 2008 185 views Kein Kommentar
Contes Barbares

Contes Barbares

Ein Traum waren die Tropen über Jahrhunderte für Europäer. Aus Sehnsucht nach paradiesischer Natur und friedlichen Menschen gingen Entdeckungsreisende vom Wagemut eines Alexander von Humboldt in heiße Regionen.

Später, als die Königshäuser ihre Gier nicht mehr bremsen konnten, mündete das in brutalen Kolonialismus. Die Gegend jenseits der beiden Wendekreise war aber immer auch ein kulturelles Konstrukt. Literaten und bildende Künstler – man denke an Gauguins Südseebilder – idealisierten die tropischen Feuchtgebiete.

Von den Mühen des Alltags in einer vor Hitze dampfenden Region zeigten sie kaum etwas. Auch nicht von den explosiven tropischen Krankheiten und der Unterwelt der Parasiten.

“Paradis perdu” – so resümierte der Maler Paul Gauguin am Ende seines Lebens. 1891 war der damals 44jährige Franzose auf der Suche nach dem ersehnten Paradies in die Südsee aufgebrochen.

Was die Wirklichkeit nicht einlösen kann, schafft Gauguin in seinen Bildern. Seine Flucht in ein erträumtes Paradies wird zu einer Flucht in die Erneuerung der Malerei. Das Geheimnis des Fremden, das Gauguin allenfalls erfahren, aber nicht durchschauen kann, bindet er an das Geheimnis der Farben.

Er erweckt in der Farbe eine emotionale Ausdruckskraft, wie diese kein Beispiel in der Kunst vor ihm hat. Gauguin beruhigt die Form, vereinfacht sie und steigert mit ihr die Glut der Farben.

Dass Farben “seelische” Bedeutung haben und die Welt auch ohne wortreiche Erklärungen interpretieren können, hat die Entwicklung der Malerei nachhaltig beeinflusst.

Übrigens: Gauguin entschied sich kurzfristig gegen Madagaskar als Ziel seiner Träume. Somit landete er auf Tahiti in der Südsee.

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